Freiwillig draufzahlen oder politisch umsteuern? Warum nachhaltiger Konsum die richtigen Rahmenbedingungen braucht

Liebe Interessierte,

In Vorbereitung auf das neue Semester möchten wir auf einen Vortrag eines Kooperationspartners aufmerksam machen:

Thema: Freiwillig draufzahlen oder politisch umsteuern? Warum nachhaltiger Konsum die richtigen Rahmenbedingungen braucht

Referent: Jakob Schoof

Zeit: Donnerstag, 23. April 2015, 18.30 Uhr

Ort: münchner zukunftssalon, Waltherstr. 29 (Rückgebäude), München (U-Bahn-Haltestelle Goetheplatz) 

Im Zeitalter billigen Öls sind die Preise weiter denn je davon entfernt, die ökologische Wahrheit zu sagen. Zugleich glauben viele Zeitgenossen, allein durch ökologisch und sozial verantwortlichen Konsum die Welt verändern zu können. Damit legen sie ihre Hoffnung paradoxerweise in eine Verhaltensweise, die im ökonomischen Vergleich immer unattraktiver wird.

In seinem Vortrag plädiert Jakob Schoof für eine alternative Sichtweise: Ökologisches Umsteuern ist nicht nur eine Aufgabe des Einzelnen, sondern auch der Politik. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen, dass allenfalls ein Drittel der Bevölkerung zu einem wirklich umweltbewussten Verhalten bereit ist, und auch diese Minderheit ist unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stets Anreizen zu ökologischem „Fehlverhalten“ ausgesetzt. Nur wenn Umweltverschmutzung wirklich teurer wird und die Politik zugleich für sozialen Ausgleich sorgt, kann ökologischer Konsum mehr sein als ein Feigenblatt zur privaten Gewissensberuhigung. Der Vortrag zeigt Denkansätze auf, wie ein solches finanzpolitisches Umsteuern gelingen könnte.

Im Anschluss an  den Vortrag sind alle Zuhörer zu einer offenen Diskussion über das Thema eingeladen.

In die vorlesungsfreie Zeit mit Ausblick

Liebe Interessenten,

die Ringvorlesung Umwelt hat dieses Semester mit 8 Vorträgen das Thema Müll als Störfaktor oder Wertstoff umfassend behandelt. Neben Referenten aus der Wissenschaft haben auch Unternehmer und ehrenamtlich Engagierte Probleme der Müllentsorgung, Vermüllung und Lösungskonzepte in der Vorlesung vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

Nächstes Semester wollen wir mit Vorträgen rund um das Thema Konsum im Wandel aufwarten. Konkret wollen wir Referenten zum Einfluss des Konsumenten auf Wirtschaft und Umwelt, eine kritische Betrachtung der Entwicklung der Bio-Branche, das Kaufverhalten im Allgemeinen, Chancen für Verbraucher und Umwelt einladen. Weitere infos wird es zu Beginn des Sommersemesters geben.

Damit Ihnen in der vorlesungsfreien Zeit nicht langweilig wird, anbei einige Veranstaltungshinweise:

Wer sich noch weiter mit dem Thema Müll auseinander setzen will, dem empfehlen wir eine Veranstaltung der evangelischen Akademie Tutzing zu Abfall und Gesellschaft

http://web.ev-akademie-tutzing.de/cms/index.php?id=576&part=detail&lfdnr=2058

Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit:

Mittwoch, den 28. Januar 2015, 18.00 Uhr

Prof. Dr. Michael Rosenberger (Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz)

“Im Brot der Erde den Himmel schmecken: Ethik und Spiritualität der Ernährung”

Zum Thema: Michael Rosenberger erschließt Essen und Trinken als Ort menschlichen Zusammenlebens. Er entschlüsselt die vielschichtigen Botschaften, die in den Speisen, den Tischsitten, der Zubereitung und dem Verzehr verborgen sind.

Nähere Infos & Anmeldemöglichkeit:

http://www.oekom-verein.de/veranstaltung/im-brot-der-erde-den-himmel-schmecken/

Wir freuen uns auf das nächste Semester!

Euer Umweltreferat

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Fertigung nachhaltiger Produkte bei Steelcase

Recht herzlich laden wir zur letzten Ringvorlesung Umwelt im Wintersemester 2014/2015. Wir hatten ein spannendes und ereignisreiches Semester und wollen dies mit einem Vortrag beenden, der auch als Überleitung für das Thema nächstes Semester gelten soll. Mehr dazu in Kürze

Termin:
21.01.15, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750
Titel:
Ein Blick hinter die Kulissen: Die Fertigung nachhaltiger Produkte bei Steelcase
Referent:
Raphael Stermann, Expert for Design and Environment bei Steelcase

Kurzzusammenfassung:
Steelcase ist ein Unternehmen mit hohen ökologischen Ansprüchen. Der weltweit führende Hersteller von Büroeinrichtungen hat sich schon vor Jahren verpflichtet, innovative Produkte mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu schaffen. Diese umweltbewusste Produktentwicklung beinhaltet drei strategische Initiativen: -Wertstoffkunde -Lebenszyklusanalyse -Recycling und Wiederverwendung In seinem Vortrag erläutert Raphael Stermann, Experte für Ökodesign, wie bei Steelcase Produkte mit minimierten Umweltauswirkungen geschaffen werden und wie diese Initiativen zu den Prinzipen einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Der Beitrag zeigt, welche Hürden auf dem Weg zum nachhaltigen und wiederverwendbaren Produkt überwunden werden müssen, aber auch welche Vorteile für das Unternehmen daraus entstehen können. Diskutieren Sie im Anschluss, wie nachhaltige Produktentwicklung zur Win-Win-Strategie für Unternehmen und die Umwelt werden kann.

Endlager-Politik am Scheideweg? Herausforderungen für Expertenkommunikation und Öffentlichkeit

Ein Gutes Neues Jahr wünscht das Team der Ringvorlesung Umwelt! Wir freuen uns auf spannende Vorträge in dem 30. Jahr dieser Veranstaltungsreihe:

Zu empfehlen als Vorbereitung zum nächsten Vortrag: http://www.entria.de/fileadmin/entria/Dokumente/ENTRIA_Memorandum_140430.pdf

Termin:
14.01.15, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750
Titel:
Endlager-Politik am Scheideweg? Herausforderungen für Expertenkommunikation und Öffentlichkeit

Referent:
Dr. Peter Hocke-Bergler
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am KIT (Karlsruhe)

Kurzzusammenfassung:
Deutliche Verzögerungen bei der Errichtung von Lagern für hochradioaktive nukleare Abfälle und Reststoffe waren in den letzten Jahren in vielen Industrieländern ein Feld innenpolitischer Auseinandersetzung. Deutschland hat ähnlich wie einige andere Staaten vor kurzem einen neuen Weg bei der Klärung dieser Streitfrage eingeschlagen. Bundestag und Bundesrat beschlossen im Sommer 2013 ein Gesetz, das einen Neustart der Endlagersuche vorschreibt und dabei auf ein Auswahlverfahren setzt, das mehrere potenziell geeignete Standorte vergleicht und diesen Vergleich mit erhöhter Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen soll. Dabei wird auch die Frage gestellt, ob das alte Konzept der wartungsfreien Tiefenlagerung hochradioaktiver Abfälle zu ändern wäre. Konzeptionelle Alternativen werden in der „Tiefenlagerung mit Rückholbarkeit“ und der „langfristigen Oberflächenlagerung“ gesehen. Diese Alternativen-Prüfung wird u.a. im Forschungsverbund ENTRIA bearbeitet (www.entria.de). Einblick in die Herausforderungen für Expertenkommunikation und Öffentlichkeit gibt der Vortrag aus Sicht der Technikfolgenabschätzung und der sozialwissenschaftlichen Endlagerforschung.

Vermüllung des Meeres – Vom Makro- zum Mikromüll (und zum Nanomüll?)

Termin: 17.12.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750

Titel: Vermüllung des Meeres – Vom Makro- zum Mikromüll (und zum Nanomüll?)

Referent: Gerd Liebezeit, MarChemConsult, Varel

Kurzzusammenfassung:
Die globale Plastikproduktion ist seit 1950 von 1,7 auf 288 Millionen Tonnen 2012 angestiegen. Etwa 35 % davon wird für kurzlebige Verpackungen genutzt, weitere 19 % für eine ebenfalls einmalige Verwendung z.B. in der Landwirtschaft oder der Medizin. In der Europäischen Union wird davon im Mittel nur etwa die Hälfte wiederverwertet, entweder stofflich oder als Energiequelle in der Müllverbrennung. Die andere Hälfte landet mehr oder weniger unkontrolliert im Müll.

 

Tipp: Um keinen Vortrag mehr zu verpassen tragt euch einfach auf unseren Newsletter ein: rivo-join@fs.tum.de (einfach eine leere Mail hinschicken)

Ressourceneffizienz in der Abfallwirtschaft am Beispiel des E-Sschrott-Recyclings

Termin: 10.12.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750

Titel: Ressourceneffizienz in der Abfallwirtschaft am Beispiel des E-Sschrott-Recyclings

Referent: Prof. Dr. Stefan Gäth Professur für Abfall- und Ressourcenmanagment
Universität Gießen

Kurzzusammenfassung:

Die stetige Zunahme der Weltbevölkerung, der zunehmende Wohlstand in den Schwellenländern und die Knappheit an Rohstoffen auf unserer Erde zwingen uns zunehmend, die Ressourcen zu gebrauchen statt sie zu verbrauchen. Die Abfallwirtschaft spielt in diesem Kontext eine wertvolle Rolle, in dem sie die in verschiedensten Produkten enthaltenen Ressourcen durch Reuse, Remanufacturing und Recycling wieder nutzbar macht bzw. machen könnte.

Die Bewertung der Ressourceneffizienz der Abfallwirtschaft – darunter ist gemeint, wie viele Ressourcen benötigt werden, um eine Wiederverwendung von Ressourcen durch Recycling zu erreichen – wird gegenwärtig nicht praktiziert. Der Beitrag soll in diesem Sinne am Beispiel des E-Schrottes praktikable Ansätze liefern.

Öl aus Plastik aus dem Ozean

Termin: 26.11.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750

Titel: Öl aus Plastik aus dem Ozean

Referent: Günther Bonin, Vereinsgründer oneearthone ocean & Erich Groever, Kunststoffverölung, Groever-Umwelt

Kurzzusammenfassung:
Auf den Weltmeeren schwimmen bereits heute 5 riesige Teppiche aus Plastikmüll. Der größte Müllteppich schwimmt im Pazifik und ist so groß wie Mitteleuropa, d.h. so groß wie Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Luxemburg, Ungarn und Tschechien zusammen.
Wenn diese Verschmutzung im derzeitigen Tempo voran schreitet, werden wir die Meere in wenigen Jahren vollständig vermüllt haben. Ein Szenario wie aus einem schlechten Katastrophenfilm, leider nur bereits heute bittere Wahrheit.
Wir möchten die Öffentlichkeit aufwecken, die Situation und die Konsequenzen sichtbar machen und eine zukunftsweisende Lösung umsetzen: Mit neuen Technologien werden wir den Plastikmüll auf den Meeren sammeln, sortieren, zerkleinern und direkt vor Ort umweltschonend zu Öl umwandeln oder wieder in den Produktionszyklus rückführen

Dieser Vortrag ist Teil der 6. Münchner Hoschultage unter dem Motto  “Planet Müll unser Vermächtnis” , weitere Veranstaltungen dazu finden Sie unter folgendem Linkhttp://hochschultage.org/hochschultage-2014/muenchen/muenchenws14

Naturwunder Erde

Termin: 14.11.14, 19:30-21:00 Uhr im Nordbau der TU München, N1190

Titel: Naturwunder Erde

Referent: Markus Mauthe , Greenpeace

 

Live-Multivisionsshow

eine Weltreise voller Bilder, Erlebnisse und Musik

Eine Multivisionsshow ist ein Erlebnis für alle Sinne! Was früher Diavorträge waren sind heute lebendige Lichtbildvorträge. Die Bilder haben laufen gelernt, sie gehen nahtlos ineinander über. Schwenk- und Zoomfahrten führen den Blick des Zuschauers zu immer neuen Bilderlebnissen. Multivisionsshows bestehen aus drei Komponenten: faszinierenden Bildern auf Großleinwand, emotionsgeladenen Live-Erzählungen und einfühlsamen Musikpassagen, die aufwendig miteinander in Einklang gebracht werden und ein harmonisches Gesamtkunstwerk entstehen lassen. Bilder untermalt mit Musik haben eine ganz eigene Wirkung. Wer es dazu vermag spannend zu erzählen, fesselt das Publikum wie es ein gutes Buch oder ein Kinofilm vermag.

Von der Abfall-Verbrennung zum Thermorecycling

Termin: 12.11.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750

Titel: Von der Abfall-Verbrennung zum Thermorecycling

Referent: Robert van Raven, Abteilungsleiter Forschung & Entwicklung, Martin GmbH für Energie- Umwelttechnik

Kurzzusammenfassung:


In der EU besteht die Zielsetzung den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 14 % in 2004 bis auf 20 % in 2020 zu erhöhen.
Ein wichtiger Bestandteil hierfür stellt die energetische Nutzung des biogenen Anteils von Abfällen basierend auf Rostfeuerungen dar. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein hoher Wirkungsgrad der Stromerzeugung durch eine energieoptimierte Auslegung der Anlagen.
Einen höheren Wirkungsgrad erreicht man z.B. durch den Einsatz von innovativen
Wärmetauscherkonzepten, wie den Wand- und Strahlungsüberhitzer, bei denen die Überhitzer durch hinterlüftete Keramikplatten geschützt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Entwicklung ist der Schritt weg von der undifferenzierten Entsorgung hin zur effizienten Rückgewinnung von Metallen.
In diesem Vortrag werden diese und weitere effiziente Anlagenkonzepte anhand von MARTIN Anlagen und Erfahrungen erläutert.

Der Mythos des Kreislaufs

Termin: 05.11.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 2750

Titel: Der Mythos des Kreislaufs

Referent: Prof. Dr. Anton Lerf, Prof. em. des Physik-Departments, TUM

Kurzzusammenfassung:

Was die Meadows-Studie vor 40 Jahren nicht geschafft hat, schafft die Monopolstellung Chinas bei der Förderung einiger seltener Metalle, die für alle als zukunftsträchtig geltenden Technologiebereiche (Elektroautos, Hybridfahrzeuge, Windendenergie, Photovoltaik, Informationstechnologie) essentiell sind, im Handumdrehen: nämlich die Erkenntnis, dass der ressourcenarme Hochtechnologiestandort Deutschland verletzlich wird, wenn die Ressourceneffizienz nicht essentiell gesteigert wird. Als naheliegende und am schnellsten zu realisierende Lösung erscheint die Steigerung der Recycling-Kapazitäten. Nicht immer bewusst schwingt dabei die Vorstellung mit, wenn es uns gelänge, geschlossene Kreisläufe aufzubauen, könnten die Aktivitäten der Menschheit sich nahezu nahtlos in die geschlossenen Kreisläufe der nicht-menschlichen Natur einpassen. Dahinter steckt eine Denkweise, die in die Zeit der Alchemisten, ja bis in die Zeit der vorsokratischen Philosophie zurückreicht. An aktuellen Beispielen (insbesondere das metall-recycling) soll gezeigt werden, welche Schwierigkeiten sich dem vollständigen Recycling entgegenstellen. Aber auch in der Natur sind geschlossene Kreisläufe nur in einer langen Co-evolution der Geo- und Biosphäre entstanden, auch unter dem Ausschluss von Nicht-verwertbarem aus dem Kreislauf. Ideal geschlossene Kreisläufe sind auch aufgrund der universellen Gültigkeit des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik nicht zu erwarten, und wollte man es erzwingen, ginge es nur unter enormem Energieaufwand, was wieder einen gesteigerten Bedarf zur Neige gehender nicht-regenerierbarer Rohstoffe zur Folge hätte.