Stuttgart 21 und kein Ende – Deutschland und seine Großprojekte

Termin: 05.02.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 1100 Titel: Stuttgart 21 und kein Ende – Deutschland und seine Großprojekte Referent: Prof. Dr. Wolfgang Hesse Thema: Von Politikern einst zu einem Leuchtturm deutscher Technologie- und Innovationspolitik hoch­stilisiert, hat sich das Projekt eines neuen Tiefbahnhofs für Stuttgart zu einem einzig­artigen politischen und technischen Debakel entwickelt. Vielfältige technische Probleme, Sicher­heitsmängel, ständig steigende Kosten und last not least deutliche Kapazitäts­einbußen gegenüber dem bestehenden Bahnhof – das sind einige der Dauerprobleme, die jahrelange Proteste, Schlichtung, Stresstest und Volksabstimmung ausgelöst haben und die 2013 durch die skandalöse Entscheidung zum Weiterbau fortge­schrieben wurden. Dieses Vorhaben ist nicht nur eines der teuersten und widersinnigsten Infrastruktur-Rückbau­projekte der deutschen Nachkriegs­geschichte sondern symbolisiert gleichzeitig eine jahrzehn­telang fehlgeleitete Verkehrspolitik. Dazu werden im Vortrag Beispiele weiterer Großprojekte wie der Berliner Großflughafen und der geplante Mün­chner zweite S-Bahn­tunnel heran­gezo­gen. Anhand dieser Beispiele soll diskutiert werden, wie sich in Zukunft der­artige Fehlent­wick­­lungen vermeiden lassen – bis hin zu Perspektiven für grundsätzliche Veränderungen, d.h. für eine (schon lange überfällige) Verkehrswende.

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Spurenelementnachweis von Lithium in organischem Gewebe mit Neutronen

Informationen zum nächsten Vortrag Termin: 29.01.14, 19:30-21:00 Uhr im Hauptgebäude der TU München, Raum 1100 Titel: Spurenelementnachweis von Lithium in organischem Gewebe mit Neutronen

Referent: Josef Lichtinger vom Physik-Department der TU München Thema: Die Anzahl der an affektiven Störungen erkrankten Menschen stieg in den letzten Jahren immer mehr an. Diese Erkrankung ist auch die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Die biologische Ursache der affektiven Störungen ist jedoch nur teilweise bekannt. Lithium wird bei der Behandlung von affektiven Störungen als Antidepressiva-unterstützendes Medikament eingesetzt. Außerdem findet es bei der Prophylaxe von neurodegenerativen Erkrankungen Anwendung. Die genaue Wirkungsweise des Lithiums, kritische Konzentrationen und lokale Anreicherungen im Gehirn sind jedoch bisher noch ungeklärt. Aus diesem Grund wurde eine Messmethode entwickelt, um kleinste Lithiumspuren post mortem im menschlichen Gehirn ortsaufgelöst, mit der Hilfe von Neutronen aus der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II), nachzuweisen. Für diesen Messaufbau konnte eine Nachweisgrenze für Lithium von 450fg/cm^2 bestimmt werden. In diesem Vortrag wird das grundsätzliche Konzept der Messmethode und die Targetpräparation vorgestellt. Außerdem werden erste Messergebnisse mit diesem Detektorsystem gezeigt.

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Rio + 20 = 0 ? – Zur Entwicklungsdynamik der Nachhaltigkeitsidee

Informationen zum nächsten Vortrag: Referent: Prof. Dr. Anton Lerf, Walther-Meißner-Institut (WMI) und TUM Datum: 22.01.2014, Uhrzeit: 19:30 – 21:00 Uhr Hörsaal: Hauptgebäude der TU München, Raum 1100 Titel: Rio + 20 = 0 ? – Zur Entwicklungsdynamik der Nachhaltigkeitsidee Thema: Rio steht für die United Nations Conference on Environment and Development, die 1992 in Rio de Janeiro abgehalten wurde. Rio + 20 steht für die Nachfolgekonferenz 2012. 1992 wurden die Empfehlungen der Brundlandt-Kommission von 1987 auf die politische Agenda gesetzt, um die offenkundig werdende Übernutzung der natürlichen Ressourcen zu vermindern und gleichzeitig den Entwicklungsländern die Möglichkeit zu geben, an den Lebensstandard der industrialisierten Länder aufzuschließen. Die hehren Ziele sind bislang nicht ansatzweise umgesetzt und die optimistische Aufbruchstimmung ist weitgehend verflogen. Der Verlauf der Konferenz 2012 war letzten Endes ein Ausdruck dieser Katerstimmung und brachte außer einem vagen Aufruf zu einer Implementierung einer „green economy“ kaum nennenswerte Ergebnisse. Der Vortrag zeichnet die Wege auf, wie es weitergehen kann.

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